16.08.2016  Von   Johannes Kral

Steuererklärung: So holst du dir deine Studienkosten zurück

Ein Studium ist ziemlich teuer. Bei Berufseinstieg sitzen ehemalige Studenten oftmals auf hohen Schuldenbergen. Wer schon während seines Studiums fleißig Steuererklärungen abgibt, kann sich nach Berufseintritt viele Studienkosten vom Staat zurückholen.

Rund € 30.000 geben Bachelor-Studenten laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks zur Finanzierung von Ausbildung und Lebensunterhalt aus. Für ein Master-Studium werden nochmal rund € 20.000 fällig. Wer noch ein Auslandssemester einlegt, darf gut und gerne mit Mehrausgaben von € 10.000 rechnen. Hohe Studienkosten sollten aber nicht von einer akademischen Ausbildung abschrecken. Denn der Staat beteiligt sich an vielen Kosten für ein Studium.


Der Steuerrechner von Studenten Steuererklärung


Studienkosten per Steuererklärung  zurückholen 


Die meisten Ausgaben für ein Studium können voll steuerlich geltend gemacht werden. Natürlich können Kosten erst dann von der Steuer abgesetzt werden, wenn auch Steuern gezahlt werden. Da viele Menschen während ihres Studiums noch nicht (so viel) verdienen, als dass Steuern gezahlt werden müssen, gibt es im deutschen Steuersystem mit dem sogenannten Verlustvortrag eine äußerst vorteilhafte Möglichkeit, um dennoch Ausbildungskosten steuerlich geltend zu machen.


Verlustvortrag: deine Steuergutschrift für den Berufseinstieg


Studenten können durch eine Steuererklärung dem Finanzamt jedes Jahr ihre studienbedingten Ausgaben (= Verluste) mitteilen. Wurden in den entsprechenden Jahren keine oder nicht genügend Steuern gezahlt, um diese Verluste steuerlich verrechnen zu können, merkt sich das Finanzamt diese Ausgaben. Nach Einstieg in einen Job werden alle vorgetragenen Verluste automatisch mit der zu zahlenden Steuer verrechnet. Für Arbeitnehmer heißt das, sie bekommen zu viel gezahlte Steuern erstattet. Selbstständige müssen hingegen weniger Steuern zahlen. Durch einen Verlustvortrag lassen sich damit - auch über mehrere Jahre verteilt - nicht selten die kompletten Studienkosten zurückholen.


Für welche Studienkosten gibt es Geld vom Staat zurück?


Im Grunde zählen alle Ausgaben, die ausschließlich zu Studienzwecken aufgebracht werden, zu den sogenannten Werbungskosten und können durch Vorlage entsprechender Rechnungen oder anderer Belege voll von der Steuer abgesetzt bzw. zunächst als Verluste vorgetragen werden. Zu den typischen Werbungskosten für Studenten zählen:



  • Studiengebühren und Semesterbeiträge

  • Kosten für Studienfahrten und Exkursionen

  • Ausgaben für Auslandssemester oder -praktikum

  • Fachliteratur

  • Drucken und Binden von Abschlussarbeiten

  • Fahrtkosten zur Universität, Bibliothek oder zum Nebenjob

  • Ausgaben für Laptop, Drucker, Scanner, Smartphone, etc.


Welche Pauschalen können Studenten in Anspruch nehmen?


Für einige typische Ausgaben verlangt das Finanzamt nicht einmal Belege, sondern gewährt Studenten einfach Pauschalen. Diese Pauschalen sollten Studenten in jedem Fall nutzen:



  • Telefonkosten-/Internetpauschale: € 20 pro Monat

  • Bewerbungskostenpauschale: € 8,50 pro klassischer Bewerbungsmappe, € 2,50 für jede Online-Bewerbung

  • Arbeitsmittelpauschale: € 110 jährlich für Ordner, Taschenrechner, Kugelschreiber & Co.

  • Fahrtkostenpauschale: € 0,30 pro Kilometer einfacher Fahrt für Fahrten zur Uni oder zum Nebenjob

  • Verpflegungspauschale: € 24 pro Tag gibt’s für Praktika oder Studienfahrten innerhalb Deutschlands. Für ein Auslandssemester oder -praktikum liegt die Pauschale meist wesentlich höher (hier mehr dazu).

  • Umzugspauschale: € 730 für den Umzug in die Universitätsstadt


Die Online-Steuererklärung speziell für Studenten und Berufseinsteiger


Es gibt viele Möglichkeiten, eine Steuererklärung online zu erstellen. Ein Steuertool speziell für Studenten und Absolventen bietet das Portal www.studentensteuererklärung.de. Der Anbieter verzichtet auf schwer verständliche Steuerformulare. Anhand einfacher Fragen zur individuellen Lebens- und Studiensituation navigiert das Steuer-Tool die Nutzer durch ihre Steuererklärung. Viele typische Studienkosten sind dabei praktischerweise schon vorausgefüllt - so bleibt die Zeit zur Erstellung einer Steuererklärung so kurz wie möglich. Am Ende kann die fertige Erklärung direkt online ans Finanzamt gesendet werden.


Steuererklärung für die Studienzeit bis zu sieben Jahre rückwirkend möglich


Wer während seines Studiums keinen Gedanken daran verschwendet hat, Steuererklärungen abzugeben, hat selbst nach Berufseinstieg noch bis zu sieben Jahre rückwirkend Zeit, Steuererklärungen abzugeben. Aktuell können demnach noch Steuererklärungen bis einschließlich 2009 eingereicht werden.


Weitere Informationen gibt es unter www.studentensteuererklärung.de

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Johannes Kral
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