21.04.2023  Von   Zalvus

Gewusst-wie // Teamführung aus dem Home-Office

Als Führungskraft Mitarbeitende aus der Ferne anzuleiten, ist leichter gesagt als getan. Als Remote-First-Unternehmen haben wir einige Hinweise und Best Practices für Sie zusammengefasst.

Die Ergebnisse der Trendstudie New Work zeigen, dass viele Führungskräfte Home-Office noch immer skeptisch gegenüberstehen. Sie befürchten, dass ihre Mitarbeitenden nicht gut genug aus der Ferne geführt werden können und fühlen sich daher verunsichert. Wir als Remote-First-Unternehmen führen unsere Teams bereits seit einigen Jahren erfolgreich aus der Ferne und haben einige wichtige Hinweise und Tipps gesammelt:


Schriftliche Kommunikation ≠ Gesprochene Kommunikation ≠ Gesprochene Kommunikation vor dem Bildschirm


Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation. Sie unterscheidet sich im Format und in der Nähe. Es gibt eine völlig andere Art der Kommunikation, wenn man schriftlich, über einen Bildschirm oder in einer persönlichen Begegnung kommuniziert. Schriftliche Kommunikation ist hierbei die schwierigste Form, da alle nonverbalen Signale wegfallen und somit viel Raum für Fehlinterpretationen bleibt. Nonverbale Signale wie Gesten, Mimik, Haltung und Blickverhalten bieten wertvolle Anhaltspunkte, um Gesagtes richtig einzuordnen. Da sie bei der schriftlichen Kommunikation fehlen, können Worte und Anweisungen schnell missverstanden werden.


6 Wege, um dies zu lösen:



  • Drücken Sie sich präzise aus und überlegen, ob etwas falsch oder mit einem passiv-aggressiven Unterton verstanden werden könnte.

  • Emojis können helfen, um nonverbale Signale zu ersetzen und beispielsweise zu signalisieren, dass eine Nachricht ironisch gemeint ist.

  • Führungskräfte sollten daran denken, dass sie auch Nachrichten missverstehen können. Wenn eine Nachricht eines Mitarbeitenden falsch verstanden wird, ist es hilfreich, das persönliche Gespräch zu suchen, anstatt emotional darauf zu reagieren.

  • Wenn Sie Kritik kommunizieren, denken Sie ebenso an die Hervorhebung positiver Fortschritte. Die Frustration bei schriftlicher Kritik ist potenziell höher.

  • Formulieren Sie Arbeitsaufträge präzise, so vermeiden Sie Mail-Ping-Pong mit zu vielen Rückfragen.

  • Kommunizieren Sie klare und realistische Deadlines, um ein angemessenes Arbeitstempo und effizientes Arbeiten zu fördern.


Feedback, Feedback, Feedback 


Feedback ist für Führungskräfte unerlässlich, insbesondere bei der Führung aus der Ferne. Feedback sollte immer in einem Dialog sowohl an die Mitarbeitenden als auch an die Führungskraft gerichtet werden.


Führungskräfte müssen sich bewusst sein, dass Probleme der Mitarbeitenden, die nur aus der Ferne arbeiten, erst sehr spät erkannt werden können. Probleme mit Kolleg/innen oder Unzufriedenheit mit den Aufgaben bleiben oft unausgesprochen.


Zudem ist es aus der Ferne schwierig, auf das Wohlbefinden der Mitarbeitenden zu achten. Insbesondere Krankheiten wie Burnout können viel später erkannt werden. Deshalb sollten Feedbackgespräche und ein regelmäßiger Austausch priorisiert werden. Diese Gespräche basieren auf Vertrauen zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden. Erst wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, in der Führungskraft eine Ansprechperson zu haben, können Konflikte überhaupt bewältigt werden.


Apropos Vertrauen 


Es ist normal, dass es schwieriger ist Vertrauen aufzubauen, wenn aus der Ferne geführt wird – aber nicht unmöglich.


Dieses Vertrauen kann einerseits in Feedbackgesprächen aufgebaut werden, sodass es zur Konfliktprävention kommen kann, aber auch im täglichen Arbeitsleben. Dabei gilt: Eine Mitarbeiter/in kann ihrer Führungskraft erst vertrauen, wenn diese ihr auch vertraut. Vertrauen beruht immer auf Gegenseitigkeit.


Statt also dem Instinkt zu folgen, dass man mehr kontrollieren müsse, „weil die Mitarbeitenden ja nicht vor Ort sind“, muss genau davon losgelassen werden. Zudem sollten Aufgaben entsprechend delegiert werden, um eben diesen Vertrauensvorschuss sichtbar zu machen.


Fazit 


Insgesamt lässt sich sagen, dass das erfolgreiche Führen von Remote-Teams keine leichte Aufgabe ist, aber durch bewusste Anpassungen in der Kommunikation, Feedback-Strukturen und Vertrauensbildung erreicht werden kann. Mit Präzision, Empathie und regelmäßigem Feedback können Missverständnisse vermieden und Probleme frühzeitig erkannt werden. Wenn Führungskräfte Vertrauen aufbauen und Kontrolle abgeben können, können Remote-Teams erfolgreich geführt werden.


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