12.03.2020  Von   Svenja Witte

Konzept der New Work // Tools zur Umsetzung

Durch New Work nutzen wir die Auswirkungen der Digitalisierung und des demografischen Wandels zu unseren Gunsten. Das Konzept ermöglicht uns ein neues Verständnis von Kultur und Haltung im Unternehmen. Wie schafft New Work das alles?

In unserem letzten Artikel machten wir einen Ausflug in die Geschichte der Arbeit. Wir setzten uns mit der Arbeit heutzutage auseinander und fragten uns, wie wir mit Herausforderungen der modernen Arbeitswelt umgehen. Ein Ansatz für die Arbeitsgestaltung in der Zukunft ist das New Work Konzept. Welche Tools stehen uns für New Work zur Verfügung?


Transformationale Führung // Beziehungen statt Micro-Management


Während Führung früher bedeutete, Mitarbeiter autoritär zu kontrollieren, stehen heute andere Führungsmodelle im Vordergrund. Wir bewegen uns weg vom Prinzip „Leistung gegen Geld“ und hin zu einem Führungsstil, welcher den Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellt. „People Leader“ von heute bedienen sich beispielsweise der Transformationalen Führung. Ziel ist es, als inspirierendes Vorbild zu fungieren, Sinn zu stiften und zur selbstständigen Problemlösung anzuregen. Zudem sollte der Fokus auf effektiver Kommunikation, Förderung der Stärken sowie dem Aufbau zwischenmenschlicher Beziehungen liegen. Ausgewogenes Feedback spielt hierbei eine besondere Rolle. Jeder Mensch erhält gerne Lob. Um weiterzukommen, bedarf es jedoch auch einer Prise konstruktiver Kritik. Die Transformationale Führung kommuniziert diese motivierend und federt durch die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Führungskraft negative Reaktionen ab. Die damit einhergehenden Werte vertreten optimal das New Work Konzept


Vorteile für Mitarbeiter und Führungskräfte


Durch einen Transformationalen Führungsstil erzielen Mitarbeiter bessere Leistungen, fühlen sich wertgeschätzt und können persönliche Erfolgserlebnisse besser genießen. Sie entwickeln mehr Loyalität und Vertrauen - sowohl zu ihrer Führungsperson und als auch zu ihrem Unternehmen. In Zeiten des „War for Talents“ ist dies besonders wichtig, da Mitarbeiter sich somit an das Unternehmen binden. Im Gegenzug verspricht Transformationale Führung für die Führungskraft weniger Stress sowie mehr Zeit und Energie für andere, ebenso wichtige Aufgaben. Eine Win-Win Situation!


Der Weg zur Transformationalen Führung ist steinig


Die Umsetzung eines Transformationalen Führungsstils kann anfangs schwierig sein. Besonders wenn Sie aus bis dato starren Strukturen ausbrechen müssen. Zudem muss der neue Führungsstil zum Unternehmen und zur Persönlichkeit der Führungsperson passen. Dieser Wandel bedarf also einiger Vorbereitung. Mit einer kurzen Internetrecherche lassen sich Angebote zu Führungskräfteseminaren oder Coachings finden. So haben wir das bei Zalvus umgesetzt.


// New Work Konzept mit Flexibilität im Fokus


Mobiles Arbeiten


Heutzutage sind über die Hälfte der Menschen in Deutschland beruflich hauptsächlich am PC tätig (Stand: August 2017). Knapp einer von Fünf davon arbeitet mehrmals im Monat außerhalb des Betriebs. Das heißt, sie arbeiten teilweise mobil. Durch Cloud-Systeme oder VPN-Clients haben Mitarbeiter jederzeit Zugriff auf unternehmensinterne Daten. Die Digitalisierung ermöglicht es ihnen, von überall auf der Welt zu arbeiten. Das schafft Raum für Kreativität und macht Geschäftsreisen effizienter.


Flexible Arbeitszeiten sollten Standard sein


Mit der mobilen Arbeit geht meist die Möglichkeit der flexiblen Arbeitszeitgestaltung einher. Jeder Achte, der mobil am PC arbeitet, kann seine Bürozeiten individuell festlegen. Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer hat Arbeitszeiten, die innerhalb eines Rahmens anpassbar sind (z.B. Gleitzeit). Die Gruppe der mobilen Arbeitnehmer hat zudem oftmals die Chance, den Arbeitsablauf und die Herangehensweise mitzugestalten. Ihr Handlungsspielraum ist im Vergleich zur klassischen Arbeit größer. Ein gesteigertes Maß an Eigenverantwortung erhöht die erlebte Sinnhaftigkeit der Arbeit. Das New Work Konzept betrachtet dies als einen besonders zentraler Punkt. Bei alledem wirkt sich mobiles Arbeiten nur positiv auf den wahrgenommenen Zusammenhalt im Team und die Beziehungen zu Vorgesetzten aus.


Um diese vielversprechenden Aspekte zu nutzen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter nach Wunsch mobil arbeiten können. Bieten Sie darüber hinaus flexible und vor allem individuelle Arbeitszeitmodelle an. Bekannte Beispiele sind die 4-Tage-Woche oder das Jobsharing. Die Möglichkeit eines Sabbaticals schätzen Mitarbeiter ebenfalls sehr. Hilfe zur Implementierung solcher Modelle im Unternehmen bietet Tandemploy.


// Ist die Work-Life-Balance als Konzept überholt?


Mehr Freizeit für alle!


Spätestens seit Generation Y dem Arbeitsmarkt beigetreten ist, erleben wir einen Wandel in der Balance zwischen Beruf und Freizeit. Während die Menschen früher ihrer Arbeit und Freizeit in etwa denselben Stellenwert beimaßen, ist uns Freizeit heute zunehmend wichtiger. Sich selbst für hohes Gehalt kaputt zu arbeiten, ist out. Eine erfüllende Tätigkeit mit gerechter Vergütung und nebenbei noch Zeit für Freunde und Familie - das ist in! Hier kommt die Work-Life-Balance ins Spiel.


Die Problematik hinter „Work-Life-Balance“


Work-Life-Balance steht für ein ausgewogenes Verhältnis von Beruflichem und Privatem. Das impliziert jedoch, dass jemand während der Arbeit „kein Leben führt“. Als würde jemand erst richtig wieder zum Leben erwachen, wenn er aus der Tür des Büros auf die Straße tritt. Ein Atemzug frischer Stadtluft und schon fühlt man sich besser. So sollte es nach dem New Work-Gedanken nicht sein. Wer seine Arbeit als sinnstiftend und erfüllend erlebt, sollte sich nicht so fühlen. Arbeit und Leben dürfen keinen Kontrast darstellen, sondern sollten sich ergänzen.


Ist Work-Life-Blending die Lösung?


Als Alternative zur Work-Life-Balance gibt es heutzutage den Begriff des Work-Life-Blendings. Kritiker stempeln dieses Konzept lediglich als eine Masche von Unternehmen zur Gewinnmaximierung ab. Die Arbeitgeber könnten den Mitarbeitern so bei gleicher Vergütung mehr Arbeit abverlangen. Betrachten wir das Verwischen der Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit aber mal als etwas Positives: Work-Life-Blending kann bedeuten, dass ich tagesabhängig meine Arbeitszeiten und meinen Arbeitsort flexibel festlege.
Früher kommen, um früher zu gehen. Zwischendurch private Dinge erledigen. All das stellt hier kein Problem dar. Die Digitalisierung der Arbeitswelt macht’s möglich. Vorreiter in diesem Bereich sind vor allem Facebook und Google mit ihren Campus.


// Der Weg zu mehr New Work


Das Wichtigste ist der Austausch mit Ihren Mitarbeitern und Führungskräften. Wählen Sie also gemeinsam die passenden New Work-Aspekte für Ihre Umsetzung aus. Für den Einstieg kann es hilfreich sein, sich zunächst auf einen Punkt zu konzentrieren. Sie können sich einen festen Zeitraum überlegen, in dem Sie die neuen Ideen ausprobieren. Danach legen Sie einen festen Zeitpunkt für die Evaluation der Ergebnisse fest. Sie werden sicher schnell feststellen: Sowohl das allgemeine Wohlbefinden als auch die Motivation und Leistung ihrer Mitarbeiter verbessert sich.


Die Implementierung von New Work-Maßnahmen sorgt für eine positive und nachhaltige Veränderung alter Strukturen. Egal in welcher Form - Das New Work Konzept wird mit der Zeit fester Bestandteil jedes Unternehmens werden.


Welche Mittel stehen Ihnen zur Umsetzung von New Work sonst zur Verfügung? Welche Rolle spielt lebenslanges Lernen in diesem Zusammenhang? Und was bedeutet überhaupt „Flow“?! Das und mehr erfahren Sie im letzten Teil der Reihe – Sie dürfen also gespannt sein!



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