19.09.2018  Von   Matilda von Gierke

Silodenken im Recruiting – „Sind Sie Personaler oder Marketer?“

Zwei der bedeutendsten Events für HR & Digitalthemen fanden in der letzten Woche parallel zueinander in der koelnmesse statt. Unterstreicht das gleichzeitige Veranstalten dieser beiden Großevents das Silodenken von Unternehmen?

Szene-Treffpunkte Tür an Tür

Zukunft Personal Europe & DMEXCO auf dem gleichen Gelände


Wer in der HR-Branche oder im Online-Marketing etwas von sich hält, war letzte Woche im Congress-Centrum Koelnmesse. Gleichzeitig fanden dort die Zukunft Personal Europe und die Digital Marketing Exposition & Conference (kurz: DMEXCO) statt. Parallel trafen knapp 18.000 Fachbesucher der HR-Branche und ungefähr 40.000 Online-Marketing Kenner im Messezentrum der Domstadt ein. Dabei stellt sich die Frage: Unterstreicht das gleichzeitige Veranstalten dieser für die jeweilige Branche bedeutsamen Events das Silodenken von Unternehmen?


Der Platz ist dabei nicht das Problem. Im Gegenteil: Die Kapazitäten der Koelnmesse reichen problemlos für die parallele Abwicklung zwei beachtlicher Großveranstaltungen aus. 284.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und elf beeindruckend große Messehallen hält das Kölner Congress-Centrum. Das gleichzeitige Hosten von Europas innovativer Fachmesse für Personalmanagement und dem „Place-to-Be" aller Online-Marketer und Digital Enthusiasten wirft viel eher die Frage auf, wie viele Besucher auch einmal „nebenan“ vorbei geschaut haben. Hielten die HR-Interessierten ebenso ein Ticket für Europas größte Kongressmesse für die Digitale Industrie? Wurde auch dort -außerhalb des Personalwesens- von neuesten Trends zu Technologie und Vermarktung erfahren?


Jeder in seinem Bereich

Die Dominanz des Silodenkens in Personal- & anderen Abteilungen


Das Silodenken ist dabei per Definition ein „starkes Abteilungsdenken und Handeln“. In aller Munde ist, dass das Denken in Abteilungen „Barrieren in Richtung Unternehmenserfolg aufbaut“, da man nicht miteinander kooperiert und voneinander lernt. Dennoch bestätigt die Zusammenarbeit mit Mittelständlern und (DAX-) Konzernen immer wieder, dass der Unternehmensalltag in Silos stattfindet. Der abteilungsübergreifende Wissenstransfer (Neudeutsch: Knowledge-Sharing) wird in den wenigsten Unternehmen aktiv praktiziert. Interdisziplinäres Arbeiten wird nicht gefördert und Cross-Funktionalität ist nur sehr selten vorhanden.


Während auf der einen Konferenz globale Zukunftstrends präsentiert werden, erhält man auf der anderen erst dann kreative Denkanstöße, wenn es die Innovationen zu einem Anwendungsbespiel im eigenen Fachgebiet geschafft haben. Gleichzeitig bieten die Fachmessen eigentlich enormes Potential für relevante Problemstellungen, um neuen Technologien Relevanz zu verleihen.  


Von anderen Branchen lernen

Interdisziplinäres Arbeiten über Abteilungsgrenzen hinweg


Für nachhaltige Geschäftsmodelle ist ein grundsätzliches Umdenken notwendig. So ist es essentiell, dass Fach- und Führungskräfte es in der Unternehmens-DNA verankern, dass Erfahrungen über alle Abteilungen hinaus ausgetauscht werden und auch der Blick in andere Branchen eine Selbstverständlichkeit wird. Vor allem das Personalwesen profitiert massiv von der digitalen Revolution, welche andere Geschäftsfelder stärker vorantreiben.


Der folgende Appell gilt allerdings für Führungskräfte bis zur Managementebene: Eine vorwärtsgewandte Arbeitskultur ist zwingend darauf angewiesen Probleme miteinander zu besprechen, Erfahrungen zu teilen und Innovation gemeinsam zu fördern. Etablieren Sie ein Umfeld, in dem es selbstverständlich ist, auch einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen.


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Von:
Matilda von Gierke
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